Was bedeutet MCC – und warum diese Auszeichnung mehr ist als ein Titel?

Manchmal werde ich gefragt, was es eigentlich bedeutet, MCC zu sein.

Ob das ein weiterer Coaching-Titel ist. Ein Qualitätslabel. Oder einfach eine Stufe „über PCC“.

Die ehrliche Antwort ist: MCC ist weniger ein Titel als ein Reifegrad.

Der Master Certified Coach (MCC) ist die höchste Qualifikationsstufe der International Coaching Federation (ICF) – des weltweit größten und anerkanntesten Coaching-Verbands. International gilt der MCC als die höchste Auszeichnung im professionellen Coaching.

Doch dieser Titel wird nicht beantragt, nicht „erreicht“ und schon gar nicht erkauft.

Er wird verliehen, nachdem reale Coachingpraxis über Jahre hinweg geprüft wurde.

Voraussetzung sind unter anderem:

  • mindestens 2.500 dokumentierte Coaching-Stunden

  • eine ICF-akkreditierte Ausbildung

  • die Evaluation aufgezeichneter Coaching-Sessions auf Master-Niveau

  • ein anspruchsvoller Credentialing- und Prüfprozess, der nicht auf Technik, sondern auf Haltung, Präsenz und Wirksamkeit schaut

Weltweit tragen nur rund 4 % der ICF-zertifizierten Coaches diesen Titel.

In Deutschland sind es derzeit etwa 50 MCC-Coaches.

Die darunterliegenden Stufen – ACC und PCC – stehen für solide und professionelle Coachingkompetenz.

Der MCC geht darüber hinaus.

Er steht für die Fähigkeit, Komplexität auszuhalten, ohne sie vorschnell zu vereinfachen.

Für Präsenz ohne Agenda.

Für Coaching, das nicht führen will – sondern Raum hält, bis Klarheit entsteht.

In meiner Arbeit erlebe ich MCC weniger als „höher, schneller, weiter“, sondern als bewusster.

Weniger Methode. Mehr Wahrnehmung.

Weniger Intervention. Mehr Wirkung.

Vielleicht ist das der Kern:

Der MCC steht nicht dafür, Antworten zu haben –

sondern dafür, die richtigen Fragen im richtigen Moment offen halten zu können.

Zurück
Zurück

Warum wir uns selbst im Weg stehen – und wie man das erkennt

Weiter
Weiter

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Executive, Business und C-Level Coaching?